8. April 2020 ❘ Fotoausstellung – VERSCHOBEN

„Alle Männer raus!“

Die Fotoausstellung wird voraussichtlich im Oktober 2020 eröffnet.

So ertönte der Befehl des deutschen Besatzers am 8. Oktober 1944 während des Kirchenüberfalls in der St.-Fabian-und-Sebastian-Kirche in Sevenum.

„Alle Männer raus“ lautet 75 Jahre später der Titel einer Fotoausstellung des Fotografen Maarten Verbaarschot. Sein Vater und sein Onkel wurden an diesem Morgen von den deutschen Besatzern mit vielen Leidensgenossen abgeholt und nach Deutschland transportiert. Dort mussten sie für die nationalsozialistische Kriegsindustrie Zwangsarbeit leisten.

Verbaarschot trat in diesem Frühjahr in die Fußstapfen seines Vaters und Onkels. Als Kind kannte er nur die „romantische“ Version dieser Geschichte. Sein Vater konnte nicht über das Elend sprechen. Er wollte die Geschichte so untersuchen und ergänzen, wie es ihm als Fotograf in Bildern passt. Er recherchierte und besuchte die Orte, an denen sie sich versteckten, sprach mit den Nachkommen der Familie Jansen, die die Venlo-Brüder in Sevenum versteckten, und sah sich die Kirche an, in der sie verhaftet wurden. Besuchte den Ort in Deutschland, an dem sie eingesperrt und zur Arbeit gezwungen wurden.

Seine Fotoserie besteht aus dokumentarisch-poetischen Bildern. Dokumentarisch, weil er das Umfeld ihrer Inhaftierung und Zwangsarbeit 75 Jahre später zeigt. Poetisch, weil Elemente und Anpassungen hinzugefügt wurden, die mit Gefühlen der Bedrohung, Isolation, Angst, Demütigung und Vergänglichkeit verbunden sind. Auch Mitglieder der Familie Jansen teilen ihre Erinnerungen an diese Zeit auf Video mit.

Die Ausstellung gibt einer der vielen persönlichen Kriegsgeschichten, die in unserer zeitgenössischen Landschaft schlummern, ein persönliches Bild.

Es ist auch eine Hommage eines Sohnes an seinen Vater und seinen Onkel. Beide Brüder haben die Kriegsjahre überlebt, sind aber relativ jung gestorben. Infolgedessen waren sie nicht mehr in der Lage, die breite Anerkennung zu erleben, die in den neunziger Jahren für die Opfer von Tausenden von Männern für den „Arbeitseinsatz“ einsetzte.

Zugang

Die Ausstellung wird im Anschluss an die Gedenkstunde am 8. April 2020 eröffnet. Am 24. April findet um 16.00 Uhr eine Einführung in die Ausstellung statt. Weitere Besichtigungen sind nach Absprachen mit dem Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V. möglich.