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Geschichte

Am 1. April 1982 feierte die Stadt Salzgitter ihr 40jähriges Jubiläum. Erstmals fand eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Salzgitter im Nationalsozialismus“ statt. Eine Veranstaltungsreihe zum Thema setzte eine kontroverse Diskussion in Gang.
Motiviert durch die Veranstaltungen, aber auch empört über die Ignoranz einiger Bürgerinnen und Bürger, gründeten Interessierte den Arbeitskreis Stadtgeschichte mit dem Ziel, gemeinsam Aufklärungs- und politische Bildungsarbeit im Bezug auf die örtliche NS-Geschichte zu leisten. Gleichzeitig wurde die Errichtung einer Gedenkstätte in den historischen Räumen des früheren KZ Drütte auf dem Werksgelände gefordert.

Ein erster Antrag im Frühjahr 1983 durch Betriebsrat und Jugendvertretung der Stahlwerke Peine-Salzgitter sowie dem Verein wurde von der Konzernleitung abgelehnt. Die gescheiterten Bemühungen setzten einen jahrelangen Kampf um die Errichtung einer Gedenkstätte in Gang, der insgesamt zehn Jahre dauern sollte. In dieser Zeit erforschte und dokumentierte der Verein intensiv die Stadtgeschichte Salzgitters.
Mit historisch-politischen Bildungsangeboten etablierte sich der Arbeitskreis im gesellschaftlichen Leben der Stadt und darüber hinaus. Vor allem ehemalige KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter sowie deren Angehörige fanden hier bereits früh einen Ansprechpartner und unterstützten die Ziele des Arbeitskreises.

Entwicklung

Politische Veränderungen wie „Mauerfall“ und „Wiedervereinigung“, aber auch ein Wandel des gesellschaftlichen Umgangs mit der NS-Vergangenheit beeinflussten die Vereinsaktivitäten. Neben dem steten Kampf um eine Gedenkstätte am historischen Ort rückten neue Ideen und Projekte in den Vordergrund. Einen Schwerpunkt bildete das Projekt „Zeitzeugen im Nationalsozialismus“. Weltweit wurden hierfür Überlebende der Konzentrationslager in Salzgitter gesucht, um ihre Erinnerungen festzuhalten und auszuwerten. Diese umfangreichen wissenschaftlichen Arbeiten übernahm im Wesentlichen eine beim Verein hauptamtlich angestellte Historikerin.

Die Ergebnisse von 10 Jahren Forschungs-, Dokumentations- und Vermittlungsarbeit des Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V. waren eine gute Grundlage für die Erarbeitung der Ausstellung in der Gedenkstätte, deren Trägerschaft, Gestaltung und Leitung dem Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V. 1992 übertragen wurde.

In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V. zu einer Instanz bezüglich der Geschichte Salzgitters und darüber hinaus entwickelt. Neben vielfältigen Bildungs- und Veranstaltungsangeboten bleibt der Kontakt zu ehemaligen KZ-Häftlingen, Zwangsarbeitern und Displaced Persons sowie deren Angehörigen ein wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit.