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Menschen

Vor der Gründung der Reichswerke „Hermann-Göring“ lebten  im späteren Stadtgebiet Salzgitters vor allem Bauer in kleineren Dörfern. Viele von ihnen wurden in die Nähe von Hildesheim und Magdeburg umgesiedelt, um die Ländereien für den Werksaufbau zu nutzen.

Mit Aufbau des Stahlwerkes kamen Menschen aus dem gesamten, besonders aus dem westlichen Reichsgebiet in die Gegend, um hier zu arbeiten. Auch in den angrenzenden europäischen Ländern war die Arbeitslosigkeit hoch und so zog es auch Arbeiter von dort auf die riesige Baustelle.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 kamen sehr bald auch erste Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in der Stadt an. Sie wurden in allen Bereichen des Werks- und Stadtaufbaus zur Arbeit eingesetzt. Dabei trafen sie unweigerlich mit der Zivilbevölkerung zusammen. Es herrschte allerdings ein striktes Kontaktverbot. Wer sich aus der deutschen Bevölkerung nicht daran hielt, lief Gefahr, ins „Arbeitserziehungslager 21“ eingewiesen zu werden.

Ab 1942 entstanden die drei KZ-Außenlager im Stadtgebiet. Männer und Frauen aus den unterschiedlichsten Nationen wurden über andere Konzentrationslager in die Außenlager in Salzgitter transportiert.

Nach Ende des Krieges wandelte sich die Struktur der Bevölkerung, die zum Teil noch lange in den Lagern lebte. In den früheren Unterkünften für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter wohnten zum einen so genannte Displaces Persons („heimatlose Ausländer“) und zum anderen kamen nun die Flüchtlinge und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten an.

Die Region erfuhr also zweimal einen erheblichen Austausch der Bevölkerung: Mit Gründung der Reichswerke und nach Kriegsende.